REISEBERICHTE MIT LAURA BAILEY

TANGER, MAROKKO

Der zweite Teil unserer Serie mit Laura Bailey führt uns in die marokkanische Küstenstadt Tanger, wo wir einen Blick in die vielschichtigen Seiten des Reisetagebuchs der Fotografin, des Models und der Autorin werfen.

Gefasst zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik im Norden sowie dem imposanten Rif-Gebirge im Osten ist Tanger ein pulsierender Schmelztiegel aus Kulturen, Traditionen und modernem, kosmopolitischem Leben. Die Stadt blickt auf eine reiche, unkonventionelle Geschichte zurück, die den Geist ihrer Jet-Set-Ära aus der Mitte des letzten Jahrhunderts bewahrt hat, und ist seit langem ein legendärer Zufluchtsort für Künstler und Schriftsteller – von Henri Matisse und Yves Saint Laurent bis hin zu Jack Kerouac und Tennessee Williams.

Für Laura war dieser Urlaub in Marokko ein lang gehegter Traum – eine Gelegenheit, einen Gang herunterzuschalten und sich im Straßenlabyrinth der Stadt zu verlieren.

„Tanger hat schon lange in meiner Fantasie gelebt, beflügelt von der Mythologie der Boheme und Bob Dylans geheimnisvollen Heldinnen. In diesem Frühjahr saß ich mit meinem Sohn auf der Terrasse beim Frühstück und plante bei Kaffee und Croissants im Schatten der Bananenpalmen und inmitten eines Schleiers aus Bougainvillea die Stadt und unsere dreitägige Erkundungstour.“

Genau wie die Stadt selbst bilden die Seiten von Lauras„Dreams And Thoughts Panama Notebook“ein Sammelalbum aus Notizen und Andenken – und zeigen, dass ein Reisetagebuch so viel mehr sein kann als nur Worte auf Papier, nämlich eine visuelle Sammlung der Erinnerungen und Kleinigkeiten, die wir unterwegs sammeln. Die ersten Einträge zeugen von hektischen Vorbereitungen und Vorfreude: Erinnerungen daran, eine Tennisausrüstung für Sandplätze und eine Polaroidkamera einzupacken sowie sich eine Ausstellung mit Werken der Malerin Sylvia Sleigh anzusehen – direkt neben einer Notiz, sich über eine bevorstehende Reise nach Florenz zu informieren.

In Tanger angekommen, verwandelten sich die Seiten in ein sorgfältig zusammengestelltes Moodboard voller kultureller Inspiration für ihr dreitägiges Abenteuer. Unter einer handgeschriebenen Liste mit Empfehlungen, die sie sich ansehen wollte, notierte sie sich, Jim Jarmuschs „Only Lovers Left Alive“ anzuschauen und Christine Mangans „Tangerine“ zu lesen.

Um diese Notizen herum waren eine Postkarte von James McBeys Gemälde „El Marrakeshia“ aus dem Jahr 1936, kleine Ansichten der Stadt sowie Notizen angeheftet, die daran erinnerten, lokale Kunsthistoriker-Treffpunkte und Tennisplätze aufzusuchen. Während ihres Aufenthalts an der Küste wohnte sie in der Villa Mabrouka, dem Anwesen an der Steilküste und ehemaligen Wohnsitz von Yves Saint Laurent, das von Jasper Conran zu einem ruhigen Rückzugsort umgestaltet wurde.