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SMYTHSON TRIFFT ANNA SEIDEL

Die Wirtschaftswissenschaftlerin und Poetin über die Kunst einer vielschichtigen, facettenreichen Karriere.

Anna Seidel

Der klassische geradlinige Karriereweg gehört zunehmend der Vergangenheit an. An seine Stelle ist das Multitalent getreten – eine Persönlichkeit, deren Laufbahn sich über verschiedene Branchen, Ideen und Disziplinen erstreckt. Die deutsch-niederländische Wirtschaftswissenschaftlerin und Schriftstellerin Anna Seidel ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür.

Mit einem beruflichen Hintergrund im globalen Investmentbereich sowie Abschlüssen in Betriebswirtschaft und Philosophie von Harvard und der Universität St. Gallen hat sich Annas außergewöhnlicher Werdegang zunehmend der literarischen Welt zugewandt. Heute liegt ihr Fokus auf Lyrik und dem geschriebenen Wort – ein Wandel, geprägt durch einen Masterabschluss in Creative Writing in Oxford ebenso wie durch die Gründung von The Napkin Review, einer Plattform, die Poesie durch Veranstaltungen und Kooperationen mit einer Vielzahl internationaler Marken in unerwartete Bereiche vordringen lässt.

Durch die verschiedenen Kapitel ihres Lebens hindurch ist Smythson für Anna seit über einem Jahrzehnt eine beständige Konstante. Ob für Verse oder Visionen – ihre Notizbücher und Accessoires sind ein fester Bestandteil ihrer sich stetig wandelnden Laufbahn. Wir haben uns mit Anna getroffen, um über ihren kreativen Prozess, die verborgenen Strukturen ihrer Notizen und die Geschichte zu sprechen, die hinter ihrem ersten Smythson Stück steckt.

Anna Seidel

IM GESPRÄCH MIT ANNA SEIDEL

Wie haben Sie den Übergang von der Unternehmenswelt von Wirtschaft und Investment hin zu den kreativen Künsten vollzogen? Beziehen Sie sich heute in Ihrer Arbeit noch auf Ihr früheres Leben in der Wirtschaft?

Es war weniger ein Übergang als vielmehr eine Neuorientierung. In der Investment-Branche lernt man etwas über Zeit, Verantwortung und Beständigkeit – Aspekte, die auch in der Literatur von zentraler Bedeutung sind. Mir wurde zunehmend bewusst, dass beide Disziplinen dieselbe Frage stellen: Was bleibt bestehen?

Wie sind Sie auf die Idee zu „The Napkin Review“ gekommen?

The Napkin Poetry Review“ begann mit einer einfachen Beobachtung: Einige unserer interessantesten Gedanken werden auf vergänglichen Oberflächen festgehalten – Servietten, Papierränder oder Quittungen – und dann weggeworfen. Wir wollten diese Vergänglichkeit würdigen und zeigen, dass ein flüchtiger Gedanke, wenn man ihm Beachtung schenkt, bestehen bleiben kann. Inspiriert von der Vorstellung, dass große Dichterinnen und Dichter ein Leben auf der Rückseite einer Cocktailserviette festhalten können, feiert die Plattform Poesie als inspirativen Funken und Form, als Kreativgeschichte und kunstvollen Ausdruck. Auf der Grundlage interdisziplinärer Forschung untersuchen wir zudem die kognitive und soziale Wirkung der Poesie: wie sie das Gehirn formt, unsere Empathie vertieft und das konzeptionelle Denken stärkt. Durch Porträts, künstlerische Kooperationen, Workshops und bereichsübergreifende Partnerschaften möchten wir Poesie nicht als Nischenkunst, sondern als für alle zugängliches Instrument für kulturellen Dialog, Wohlbefinden und intellektuelle Innovation über Disziplinen hinweg positionieren.

Wo gehen Sie hin – oder was tun Sie – wenn Sie Inspiration suchen?

Ich fühle mich zu Orten hingezogen, die stille Beständigkeit ausstrahlen: Hotellobbys kurz nach dem Frühstück, Züge zwischen Städten oder derselbe Eck­tisch in meinem Stammcafé. Orte mit Übergangscharakter schärfen die Wahrnehmung. Man kann einfach nur beobachten, ohne selbst abliefern zu müssen. Ein Großteil meiner Arbeit beginnt damit, einfach nur zuzusehen.

Anna Seidel writing

Wie würden Sie Ihren kreativen Prozess beschreiben und wie passen unsere Schreibwaren dazu?

"Meine Vorgehensweise ist kumulativ. Ich sammle Fragmente: einen poetischen Satz, eine beobachtete Geste, eine Farbe oder einen Geruch, Reiseandenken. Ich lasse sie gemeinsam wirken, bis sie Form annehmen. Ein Notizbuch ermöglicht es mir, dieser Sammlung Struktur zu verleihen. Mehr als nur Aufbewahrungsort ist es ein architektonisches Rahmenwerk meiner Gedanken und Gefühle. Ein Ort, an dem Eindrücke und Entdeckungen sich setzen und vertiefen können, bis daraus ein Narrativ entsteht. "

Was mögen Sie besonders daran, Ihre Gedanken zu Papier zu bringen?

Die Geschwindigkeit. Mit der Hand zu schreiben bringt Bedachtsamkeit mit sich. Es besteht eine physische Verbindung zwischen Hand, Tinte und Papier, die keine Eile zulässt. Sie verlangt eine gewisse Aufmerksamkeit und verleiht somit dem Gesagten und Vermittelten mehr Gewicht.

Wo halten Sie eine neue Idee zuerst fest? Als Sprachmemo, in einem Notizbuch oder warten Sie, bis Sie an Ihrem Schreibtisch sitzen?

Wenn möglich, bringe ich sie direkt zu Papier. Etwas handschriftlich festzuhalten, wirkt wie ein Test. Wenn eine Idee auch auf Papier funktioniert, lohnt es sich gewöhnlich, sie weiterzuentwickeln.

Welches Smythson Produkt benutzen Sie besonders gerne?

The Panama notebook. Neben den praktischen Proportionen steckt es für mich auch voller Disziplin: es hält zur Beständigkeit an. Es begleitet mich auf all meinen Reisen und ist ein täglicher Bestandteil meiner Schreibpraxis. Es ist mein wertvollster Besitz. Seit fast einem Jahrzehnt bewahre ich in meinen kleinen Panama Büchern Notizen, Gedichtfragmente, Briefe, Tickets, gepresste Blumen und Fotos auf. Ich könnte tatsächlich nicht darauf verzichten – es ist ein Archiv meines tiefsten Innersten und meiner Kreativität.

Anna Seidel notebook detail

Was würden wir bei einem Blick in Ihr Notizbuch finden?

Eine Strophe, unterbrochen von einer Besprechungsnotiz, verschiedenste Beobachtungen auf Reisen, Polaroids, Skizzen und stichpunktartigen Listen. Ich trenne mein intellektuelles und kreatives Leben nur selten voneinander. Sie teilen Informationen und existieren nebeneinander auf den Seiten meiner Notizbücher.

Was ist ein Schreibutensil, das Sie immer und überall in Ihrer Tasche haben?

Ein Panama Notizbuch und ein schwarzer Stift. Egal, wo ich gerade bin – unterwegs, im Meeting oder schreibend im Bett – ich mag es, Sprache jederzeit zum Ausdruck bringen zu können.

Wie verändert das Reisen Ihre persönliche Perspektive? Kommen Ihnen die besten Ideen an neuen Orten oder eher zu Hause?

Reisen löst die festgefahrene Vorstellung davon, wer wir sind. In unbekannten Straßen und Sprachen ordnet sich etwas in uns ganz unbemerkt neu; wir können uns in einer neuen Stadt unerwartet geborgen fühlen – manchmal sogar mehr als an den Orten, die wir lange unser Zuhause nannten. Schreiben entsteht aus dem gleichen Instinkt: etwas genau zu betrachten, sich Gedanken darüber zu machen und den vielfältigen Facetten des Lebens mit Geduld und Neugier zu begegnen. Am meisten Freude bereiten mir Begegnungen und Entdeckungen: die Geschichte, die eine Fassade erzählt, ein Gespräch, das nachhallt, oder ein kultureller Wert, der sich in etwas Kleinem und Alltäglichem offenbart. Reisen schärft die Sinne: Ich höre genauer hin, bemerke mehr. Diese Fragmente werden durch Bewegung gesammelt und durch meine gesteigerte Aufmerksamkeit beginnen sie, eine Struktur von Momenten, Eindrücken und Bedeutung zu formen – eine Landkarte, die sich zu einer Geschichte gestalten, auf der Seite festhalten und über ein einziges Leben hinaus teilen lässt.

Welches Smythson Produkt haben Sie als erstes besessen?

Mein erstes Smythson Stück war neben meiner Sammlung von Panama Notizbüchern ein Schlüsselring aus rotem Leder für die Schlüssel zu meiner ersten Wohnung in London. Ich habe ihn bis heute. Der kleine rote Talisman begleitet mich durch verschiedenste Kapitel und Städte – als Erinnerung an die Orte, an denen ich mich zugehörig fühlte und die Zuhause, die ich für mich schuf, indem ich Meschen einlud, einrichtete und nach und nach Bücherregale mit meinem Leben füllte.

Blaue oder schwarze Tinte?

Schwarze Tinte.

Füllfederhalter, Kugelschreiber oder Bleistift?  

Kugelschreiber.

Notizbuch, lose Blätter oder Postkarte?  

Notizbuch.

Briefe verschicken oder Tagebuch führen?  

Ich mag beides. Ich schicke regelmäßig Briefe an Familie und Freunde und schreibe schon seit dem Alter von zehn oder elf Jahren Tagebuch. Es hilft mir, zu mir selbst zurückzufinden.

Aufbewahren oder Recyceln: Was machen Sie mit alten Tagebüchern und Notizbüchern?  

Aufbewahren. Alte Tagebücher sind nicht nur Papier, sondern Nachweise. Nachweise dafür, wer du als Person bist. Was du in deinem Leben gefürchtet, falsch aufgefasst oder auch überstanden hast. Sogar die seltsamen, etwas unangenehmen Seiten spielen eine wichtige Rolle. Sie zeigen die stille Evolution des Seins.

Kritzeleien oder ordentliche Notizen?  

Ordentliche Notizen.

Was haben Sie sich als letztes notiert?  

Der Körper erinnert sich an Wege und Düfte, Städte hinterlassen ihre Spuren auf der Zunge – ein vorübergehendes Leben in fremden Räumen, in dem die Sprache der einzige Reisepass ist und Träume dich wie Pergament einhüllen.

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